Was ist eine Allergie?

Was ist eine Allergie und wie entsteht sie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf normalerweise unbedenkliche Substanzen in unserer Umgebung – die sogenannten Allergene. Grundsätzlich können alle Umweltstoffe, mit denen wir in Kontakt kommen, eine Allergie auslösen: Metalle und Chemikalien in der Natur oder in Kosmetika ebenso wie an sich harmlose Eiweiße in Pollen, tierischen Produkten oder Lebensmitteln.

Die Unterschiede liegen im Allergie-Typ: Verschiedene Allergene, die sich über die Luft verbreiten – beispielsweise Pollen – führen zu allergischen Reaktionen vom Soforttyp. Diese Allergene gelangen über die Atemluft in den menschlichen Körper, und das Immunsystem versucht innerhalb von wenigen Minuten, den Eindringling mit einer Immunreaktion zu bekämpfen. Metalle oder Inhaltsstoffe von Kosmetika dagegen führen i.d.R. durch den direkten Kontakt mit der Haut zu einer Reaktion. Diese allergische Reaktion tritt jedoch oftmals zeitverzögert auf, typischerweise in Form eines Kontaktekzems und wird dann als allergische Reaktion vom Spättyp bezeichnet.

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Allergene: harmlose Stoffe, als Feind identifiziert

Der Hintergrund: Bei einer Allergie werden eigentlich harmlose Stoffe vom Immunsystem als „Feinde“ identifiziert, die logische Reaktion des Körpers ist Abwehr. Zu den häufigsten allergieauslösenden Substanzen gehören Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Nahrungsmittel.4

Quelle: Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Harald Renz · Agnes Kaminski · Petra Ina Pfefferle: "Allergieforschung in Deutschland Ein Atlas mit Bestandsaufnahme, Defizit- und Bedarfsanalyse." Marburg 2008

Auch Insektengifte, Medikamente, Kosmetika, Putzmittel und bestimmte Metalle können bei Allergikern Reaktionen, wie Hautausschläge, Schwellungen, Hautrötungen, Pusteln, Jucken und Asthma, hervorrufen.3

Jeder Allergiker reagiert anders

Die Beschwerden aufgrund einer allergischen Abwehrreaktion – sind sehr vielfältig. Und nicht jeder Allergiker entwickelt die gleichen Symptome: Von leichtem Juckreiz der Haut und Schleimhäute über fließenden Schnupfen mit tränenden, brennenden Augen bis hin zu starken Schwellungen und Atemnot ist alles möglich. Im Extremfall kann es sogar zu einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock, auch allergischer Schock genannt, kommen.

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Allergien können sich mit der Zeit verändern

Ob jung oder alt, jeder Mensch kann unter Allergien leiden. Manche entwickeln sich im Laufe des Lebens plötzlich oder verschlimmern sich, manche bessern sich auch mit zunehmendem Alter oder verschwinden komplett. Warum das so ist? Wissenschaftler haben bisher keine zufriedenstellende Erklärung für die allergischen Überreaktionen des Immunsystems. Auch nicht dafür, warum allergische Erkrankungen in den Industrieländern deutlich zugenommen haben5.

Vermehrte Allergien durch Klimawandel

Einen Grund für den Anstieg der Heuschnupfenfälle und die längere Dauer der Heuschnupfensaison sehen Experten jedoch im Klimawandel. Durch die allgemeine Erderwärmung verlängern sich die Blühzeiten und damit auch die Pollenbelastung. Immer mehr exotische Pflanzen finden den Weg zu uns und bringen neue Pollen mit, die unser Immunsystem „triggern“ und zu Allergien führen können. Eine weitere Theorie: Umweltgifte als Auslöser. Pollen können sich um Feinstaubpartikel legen und sich so zusätzlich massenhaft verbreiten.

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3 Quelle: Patientenbroschüre „Heuschnupfenmittel DHU. Eine Information für alle, die Heuschnupfen natürlich behandeln möchten.“
4 Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., http://www.dha-allergien.de/allergen.html
5 Robert Koch-Institut (Hrsg), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg) (2008) Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. RKI, Berlin. Dezember 2008

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